Brandenburgs Infrastrukturminister Detlef Tabbert drängt auf eine stabile und bezahlbare Preisgestaltung beim Deutschlandticket. Er fordert mehr finanzielle Unterstützung vom Bund und warnt vor den Folgen einer Preissteigerung ab dem Jahr 2027. Parallel verlangt er eine bessere Zuganbindung an Polen und kritisiert hohe Kosten im deutschen Luftverkehr.
Inhaltsverzeichnis:
- Deutschlandticket darf nicht teurer als 70 Euro werden
- Mehr Regionalisierungsmittel für Züge und Busse
- Berlin-Stettin und Cottbus-Breslau als Priorität
- Hohe Kosten im Luftverkehr gefährden Wettbewerbsfähigkeit
Deutschlandticket darf nicht teurer als 70 Euro werden
Derzeit kostet das Deutschlandticket 58 Euro im Monat. Laut Detlef Tabbert soll der Preis jedoch ab 2027 steigen. Diese Entwicklung sieht er kritisch. Gegenüber der Deutschen Presse-Agentur erklärte er, dass der Preis unter 70 Euro bleiben müsse, um die Attraktivität des Tickets zu erhalten. Er befürchtet, dass eine übermäßige Preiserhöhung zu einer Abwärtsspirale bei den Nutzerzahlen führen könnte.
Tabbert wies darauf hin, dass der Bund seinen Anteil an der Finanzierung langfristig sichern müsse. Momentan bezuschusst der Bund das Deutschlandticket mit 1,5 Milliarden Euro jährlich. In den aktuellen Gesprächen zwischen CDU und SPD über den Koalitionsvertrag steht eine schrittweise Verteuerung des Tickets ab 2027 im Raum. Die zukünftige Kostenverteilung soll dabei klar zwischen Bund und Ländern geregelt werden.
Mehr Regionalisierungsmittel für Züge und Busse
Zusätzlich fordert Tabbert eine schnelle Erhöhung der Regionalisierungsmittel. Diese sind entscheidend für die Finanzierung des öffentlichen Nahverkehrs. Er betont, dass steigende Betriebskosten abgefangen werden müssen, um gleichzeitig neue Angebote im Nahverkehr ermöglichen zu können.
Laut Tabbert brauche es kurzfristige Entscheidungen, damit Länder wie Brandenburg auch künftig handlungsfähig bleiben. Nur mit zusätzlichen Mitteln könne man auf Kostensteigerungen reagieren und den Verkehr im ländlichen Raum stärken.
Berlin-Stettin und Cottbus-Breslau als Priorität
Ein zentrales Ziel Brandenburgs ist der Ausbau der Bahnverbindungen nach Polen. Detlef Tabbert kündigte an, dass Berlin und Stettin sowie Cottbus und Breslau im Fokus stehen. Diese Strecken seien nicht nur wichtig für die regionale Entwicklung, sondern auch für die grenzüberschreitende Zusammenarbeit.
Er betonte, dass bessere Verbindungen in das Nachbarland den Klimaschutz fördern und strukturschwache Regionen stärken. Dafür müssten jedoch entsprechende Gelder bereitgestellt werden. Besonders die Infrastruktur auf der Ostbahn zwischen Berlin und Kostrzyn müsse modernisiert und erweitert werden.
Hohe Kosten im Luftverkehr gefährden Wettbewerbsfähigkeit
Auch beim Luftverkehr sieht Tabbert dringenden Handlungsbedarf. Gemeinsam mit Bayern und Hessen setzt er sich für eine Entlastung durch niedrigere Steuern und Gebühren ein. Er kritisiert, dass der Luftverkehr in Deutschland im europäischen Vergleich durch hohe Standortkosten benachteiligt sei.
Im Mai 2024 wurde die Luftverkehrssteuer deutlich angehoben. Laut Tabbert sei das ein deutscher Sonderweg, der die Wettbewerbsfähigkeit der Flughäfen gefährde. Er plädiert für ein rasches Umdenken, um gleiche Bedingungen wie in anderen europäischen Ländern zu schaffen.
Quelle: RBB24