Großflächiger Stromausfall im Südwesten Berlins
Großflächiger Stromausfall im Südwesten Berlins, Foto: Pixabay / Lizenz: Pixabay

Der anhaltende Stromausfall im Südwesten Berlins bringt den Alltag zehntausender Menschen weiterhin zum Stillstand. Wohnungen bleiben kalt und dunkel, die Stromversorgung ist in mehreren Stadtteilen vollständig unterbrochen. Kommunikation ist eingeschränkt, viele Haushalte stehen vor praktischen Problemen im Alltag. Behörden, Feuerwehr und Polizei reagieren mit konkreten Hilfsangeboten und klaren Verhaltensregeln. Ähnliche Situationen wurden in der Hauptstadt bereits zuvor dokumentiert, mehr hier.

Inhaltsverzeichnis:

Ausmaß des Stromausfalls in Berlin

Nach offiziellen Angaben sind insgesamt 45.400 Haushalte ohne Strom. Besonders betroffen sind Teile von Steglitz-Zehlendorf. Heizungen funktionieren nicht. Viele elektrische Geräte fallen aus. Auch das Laden von Mobiltelefonen ist für zahlreiche Menschen nicht mehr möglich.

Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey erklärte, dass der Großteil der Betroffenen länger ohne Strom bleiben müsse. Für rund 35.000 Anschlüsse dauern die Reparaturarbeiten voraussichtlich bis Donnerstagnachmittag, den 8. Januar 2026. Gearbeitet wird nach dem im Dezember beschlossenen Resilienzkonzept für die Stromversorgung. Berlin hatte solche Szenarien bereits getestet, etwa beim Einsatz spezieller Anlaufstellen, siehe hier.

Feuerwehr Berlin und praktische Hilfe

Die Berliner Feuerwehr betreibt gemeinsam mit dem Bezirk sogenannte Katastrophenschutz-Leuchttürme. Diese dienen als Informationspunkte und bieten Strom zum Aufladen von Akkus. Ergänzend informieren Lautsprecherwagen in den betroffenen Straßen über die aktuelle Lage.

Die Behörden empfehlen einen sparsamen Umgang mit Mobiltelefonen. Für die Abendstunden sollen Taschenlampen und Batterien bereitliegen. Wer helfen kann, soll hilfsbedürftige oder ältere Menschen unterstützen. Die Polizei rät außerdem, bei ausgefallener Heizung vorübergehend bei Freunden oder Verwandten unterzukommen. Gerade an freien Tagen spielt organisierte Unterstützung eine zentrale Rolle, mehr dazu.

Gefahren durch Wärmequellen in Wohnungen

Die Berliner Feuerwehr warnt ausdrücklich vor gasbetriebenen Heizgeräten in Innenräumen. Auch das Grillen mit Holzkohle oder Gas in Wohnungen ist strikt untersagt. Es besteht akute Erstickungsgefahr. Kerzen dürfen nicht unbeaufsichtigt brennen. Empfohlen wird die Nutzung von Taschenlampen statt offenem Feuer.

Übergangsweise helfen Decken und dicke Kleidung. Heiße Getränke oder kleine Mahlzeiten können auf einem Gas-Campingkocher zubereitet werden. Darauf weist das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe hin. Diese Nutzung ist nur unter sicheren Bedingungen erlaubt. Regelmäßiges Lüften bleibt notwendig, auch bei niedrigen Temperaturen.

Notunterkünfte und Anlaufstellen

Mehrere Notunterkünfte stehen für betroffene Menschen mit Übernachtungsmöglichkeit bereit. Dazu zählen:

  • Cole-Sports-Center, Hüttenweg 43, 14169 Berlin
  • Sporthalle der Zinnowwald-Grundschule, Wilskistraße 78, 14163 Berlin
  • Bürgersaal im Rathaus Zehlendorf, Teltower Damm 18, 14169 Berlin

Zusätzlich wurden Anlaufstellen zum Aufwärmen eingerichtet. Im Gemeindehaus der Emmaus-Kirchengemeinde in der Onkel-Tom-Straße können sich Betroffene aufwärmen und Mobiltelefone laden. Das Matthäus-Gemeindehaus am Steglitzer Kreisel bietet täglich Platz für bis zu 50 Personen sowie Kaffee und Tee.

Polizei Berlin und Notrufsysteme

Die Berliner Polizei informiert über ihren WhatsApp-Kanal „Polizei Berlin“ laufend über die aktuelle Lage. In den betroffenen Gebieten stehen mobile Wachen bereit. Bürgerinnen und Bürger können sich dort jederzeit an Einsatzkräfte wenden.

Für Menschen ohne Telefonzugang wurden mobile Notrufannahmestellen eingerichtet. Diese befinden sich an zentralen Verkehrspunkten, Bahnhöfen und Feuerwachen im Südwesten der Stadt. Auch Busfahrer sind angewiesen, Notrufe weiterzuleiten.

Schulen Kitas und kommunale Entscheidungen

Ein regulärer Schulbetrieb ist in den kommenden Tagen nicht zu erwarten. Die Bezirksbürgermeisterin von Zehlendorf, Maren Schellenberg, erklärte, dass es keinen normalen Unterricht geben werde. Eltern sollen ihre Kinder nach Möglichkeit zu Hause lassen oder anderweitig unterbringen.

Eine Schule in Lichterfelde informierte Eltern schriftlich, dass die Einrichtung frühestens am Donnerstag wieder öffnen könne. Auch Kitas sind betroffen. Der stellvertretende Bezirksbürgermeister Tim Richter teilte mit, dass der Bezirk an alternativen Betreuungsmöglichkeiten für Kinder und Jugendliche arbeitet, deren Eltern keine eigene Lösung haben.

Quelle: FOCUS, WEBRIVAIG

FAQ

Wie viele Haushalte sind vom Stromausfall im Südwesten Berlins betroffen?

Nach Angaben der Berliner Behörden sind insgesamt 45.400 Haushalte ohne Strom. Besonders stark betroffen sind mehrere Ortsteile im Bezirk Steglitz-Zehlendorf.

Bis wann soll die Stromversorgung wiederhergestellt sein?

Für rund 35.000 Anschlüsse gehen die zuständigen Stellen davon aus, dass die Reparaturarbeiten bis Donnerstagnachmittag, den 8. Januar 2026, andauern werden.

Welche Hilfe bieten Feuerwehr und Bezirk während des Stromausfalls an?

Die Berliner Feuerwehr und der Bezirk betreiben sogenannte Katastrophenschutz-Leuchttürme. Dort erhalten Betroffene Informationen und können Mobiltelefone sowie Akkus aufladen.

Welche Wärmequellen sind in Wohnungen ausdrücklich verboten?

Gasbetriebene Heizgeräte sowie Holzkohle- oder Gasgrills dürfen nicht in Innenräumen genutzt werden. Die Berliner Feuerwehr warnt vor akuter Erstickungsgefahr.

Wo finden Betroffene Notunterkünfte mit Übernachtungsmöglichkeit?

Notunterkünfte stehen unter anderem im Cole-Sports-Center, in der Sporthalle der Zinnowwald-Grundschule und im Bürgersaal des Rathauses Zehlendorf zur Verfügung.

Wie können Menschen ohne Telefon einen Notruf absetzen?

Für diesen Fall wurden mobile Notrufannahmestellen eingerichtet. Dort können Betroffene Hilfe anfordern oder wichtige Informationen erhalten.

Findet während des Stromausfalls regulärer Schulunterricht statt?

Ein regulärer Schulbetrieb ist in den kommenden Tagen nicht möglich. Mehrere Schulen bleiben geschlossen, auch Kitas sind vom Stromausfall betroffen.