Debatte um Förderung, Grüngas und Wärmepumpen spaltet Politik und Verbände
Debatte um Förderung, Grüngas und Wärmepumpen spaltet Politik und Verbände, Foto: Pixabay / Lizenz: Pixabay

Die Reform des Heizungsgesetzes bringt Bewegung in einen Markt mit 18 Millionen veralteten Heizungen in Deutschland. Eigentümer stehen vor neuen Vorgaben. Förderprogramme laufen weiter. Doch Details fehlen. Handwerk, Verbände und Politik melden erheblichen Klärungsbedarf.

Fest steht nur ein zentraler Punkt.

  • Die Bundesförderung effiziente Gebäude bleibt bis mindestens 2029 bestehen
  • Für Wärmepumpen sind Zuschüsse von bis zu 70 Prozent vorgesehen
  • Die konkrete Ausgestaltung vieler Regeln ist offen

Weitere Informationen zur BEG stellt das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz bereit unter https://www.bmwk.de/Redaktion/DE/Dossier/gebaeudeenergiegesetz.html

Inhaltsverzeichnis

Frank Ebisch und 18 Millionen Heizungen

Frank Ebisch vom Zentralverband Sanitär Heizung Klima beschreibt die Lage als problematisch. Eine belastbare Einzelfallberatung sei auf Grundlage des bisherigen Eckpunktepapiers faktisch nicht möglich. Es fehlten klare Detailvorgaben. Fachbetriebe könnten Kunden daher nur eingeschränkt beraten.

Die Bundesregierung betont die Wahlfreiheit der Heizungsart. Eigentümer sollten selbst entscheiden. Gasheizungen bleiben erlaubt. Doch Ebisch weist darauf hin, dass Gas nicht automatisch wirtschaftlich sei. Steigende CO₂-Preise erhöhen die Kosten. Klimafreundliche Gase sind teurer als fossiles Erdgas.

Schon heute entscheiden sich viele Haushalte für die Wärmepumpe. Gründe sind Preisstabilität und Fördermöglichkeiten. Dennoch herrscht Unsicherheit. Ein Beispiel für die Anfälligkeit der Energieversorgung zeigte sich bei der Stromkrise im Südwesten Berlins.

Ramona Pop und die Wärmepumpe

Ramona Pop vom Bundesverband der Verbraucherzentralen nennt die Pläne eine Mogelpackung. Die Regierung lasse alle Heizungsarten wieder zu, überlasse private Haushalte jedoch Risiken und Entscheidungen.

Sie kritisiert vage Hoffnungen auf einen wachsenden Markt für Grüngas. Wissenschaftliche Erkenntnisse würden nicht ausreichend berücksichtigt. Die Verunsicherung sei groß.

Wer jetzt investiere, brauche fundierte Beratung. Übereilte Entscheidungen seien zu vermeiden. Besonders unklar bleibt die Grüngasquote. Details zu regulatorischen Veränderungen finden sich auch unter neue Regeln 2026.

Vorgesehene klimafreundliche Brennstoffe

  1. Biomethan
  2. Grüner Wasserstoff
  3. Synthetisches Methan
  4. Bioöl

Ab Januar 2029 soll der Anteil klimafreundlicher Brennstoffe bei 10 Prozent liegen. Bis 2040 ist eine stufenweise Erhöhung geplant.

Ursula Heinen-Esser und Biomethan in Deutschland

Ursula Heinen-Esser vom Bundesverband Erneuerbare Energien sieht Chancen. Eine gut ausgestaltete Grüngasquote könne Planungssicherheit schaffen. Entscheidend sei jedoch die konkrete Umsetzung.

Die Zahlen zeigen die Dimension. 2022 wurden in Deutschland 10,4 Terawattstunden Biomethan produziert. Das meldet die Deutsche Energieagentur. Bereits 2024 berechnete die Agentur einen zusätzlichen Bedarf bis 2040 von 13,4 bis 44,6 Terawattstunden, falls nicht genügend Wasserstoff verfügbar ist.

Jahr Biomethan-Produktion Prognostizierter Mehrbedarf bis 2040
2022 10,4 TWh 13,4–44,6 TWh

Mit Energiepflanzen allein lasse sich diese Lücke nicht schließen. Der Verband kommunaler Unternehmen mit 1600 Stadtwerken sieht deshalb noch kein Licht im Heizungskeller. Hauptgeschäftsführer Ingbert Liebing hält eine Grüngasquote von 1 Prozent zunächst für machbar. Entscheidend bleibe die tatsächliche Verfügbarkeit. Im Zusammenhang mit erneuerbaren Lösungen lohnt ein Blick auf Solaranlagen in Hauptstadt.

Christian Dürr, Olaf Bandt und Luisa Neubauer

Christian Dürr kritisiert neue Belastungen für Eigentümer und Mieter. Er verweist auf die EU-Gebäuderichtlinie und spricht von zusätzlichem Druck aus Brüssel. Dabei nennt er Ursula von der Leyen im Zusammenhang mit weiterer Regulierung.

Olaf Bandt vom BUND bezeichnet den Beimischungszwang von Biomethan und Wasserstoff als ineffizient und teuer. Diese Brennstoffe stünden nicht ausreichend zur Verfügung.

Luisa Neubauer geht noch weiter. Sie erklärt, der Gesetzentwurf habe mit belastbarem Klimaschutz nichts zu tun. Die Bundesregierung stehe wegen unzureichender Klimamaßnahmen vor dem Verfassungsgericht. Zudem kritisiert sie Wirtschaftsministerin Reiche wegen der starken Fokussierung auf Biogas. Experten gingen nicht von ausreichenden Mengen aus.

Die Diskussion zeigt, wie umstritten das Gebäudemodernisierungsgesetz bleibt. Förderung, Quoten und Versorgungssicherheit sind offen. Entscheidungen betreffen Millionen Haushalte.

FAQ

Wie viele veraltete Heizungen sind in Deutschland betroffen?

In Deutschland sind rund 18 Millionen veraltete Heizungen von den geplanten Änderungen betroffen.

Bis wann läuft die Bundesförderung effiziente Gebäude?

Die Bundesförderung effiziente Gebäude soll mindestens bis zum Jahr 2029 weiterlaufen.

Wie hoch kann die Förderung für Wärmepumpen sein?

Für Wärmepumpen sind Zuschüsse von bis zu 70 Prozent vorgesehen, wobei die konkrete Ausgestaltung noch offen ist.

Ab wann gilt die Grüngasquote von 10 Prozent?

Ab Januar 2029 soll der Anteil klimafreundlicher Brennstoffe bei 10 Prozent liegen und bis 2040 weiter steigen.

Quelle: Berliner Morgenpost, Patizonet