Sturmschäden
Sturmschäden, pixabay/Foto illustrativ

Über 2.000 Einsätze der Feuerwehr, schwere Schäden und mehrere Verletzte – der Sturm hinterlässt deutliche Spuren in Berlin und Brandenburg. Parks, Wälder und Verkehrswege sind betroffen.

Schäden in Tegeler Forst und Spandau besonders groß

Im Berliner Nordwesten kam es zu massiven Sturmschäden. Besonders stark betroffen waren der Tegeler und der Spandauer Forst. Tausende Bäume stürzten um, viele davon blockieren Wege und Straßen. Der Tegeler Forst wurde komplett für Besucher gesperrt. Eine Sprecherin der Umweltverwaltung erklärte, dass eine vollständige Schadensaufnahme erst in der kommenden Woche erwartet wird.

Auch in Brandenburg zeigte sich ein ähnliches Bild. Im Havelland, in der Oberhavel und rund um Potsdam wurden schwere Schäden gemeldet. Äste, Baumkronen und ganze Stämme landeten auf Straßen, Gehwegen und Fahrzeugen. Zahlreiche Parks wurden vorübergehend geschlossen, darunter auch bekannte Anlagen wie der Neue Garten in Potsdam. Der Aufenthalt in Wäldern und Parks bleibt auch am Folgetag des Unwetters gefährlich. Laut Behörden können weiterhin lose Äste aus großer Höhe herabstürzen.

Unfall im Neuen Garten – Frau in Lebensgefahr

Im Neuen Garten in Potsdam ereignete sich einer der schwersten Unfälle. Eine Frau wurde lebensbedrohlich verletzt, als die Krone einer Eiche auf sie und einen Begleiter fiel. Beide waren mit dem Fahrrad unterwegs. Der Mann wurde schwer, aber nicht lebensgefährlich verletzt. Die Frau befindet sich weiterhin in kritischem Zustand. Am Freitagmittag kursierte die Meldung über ihren Tod, doch die Stadt Potsdam korrigierte diese Angabe. Es habe sich um einen Übermittlungsfehler gehandelt.

Zusätzliche Verletzungen ereigneten sich in mehreren Stadtteilen. In Hönow bei Berlin wurden zwei Personen leicht verletzt, als ein Baum auf ihr Auto stürzte. In Berlin-Heiligensee traf ein umstürzender Baum einen Fußgänger, der in einen Graben stürzte. Ein weiterer Schwerverletzter wurde am Gendarmenmarkt gemeldet. In Potsdam fiel eine 34-jährige Radfahrerin durch eine starke Windböe und musste ins Krankenhaus eingeliefert werden.

Gedenkstätte Sachsenhausen meldet hohe Schäden

Auch historische Orte blieben nicht verschont. Die Gedenkstätte Sachsenhausen berichtete von schweren Zerstörungen. Die Dachabdeckung der ehemaligen Häftlingswäscherei wurde vollständig abgerissen. Große Mengen Regenwasser drangen in das denkmalgeschützte Gebäude ein. Dort befinden sich Veranstaltungsräume und Werkstattausstellungen. Mehrere Bäume auf dem Gelände stürzten um.

Die genaue Schadenshöhe lässt sich noch nicht beziffern. Laut Horst Seferens, Sprecher der Stiftung, werde mit mindestens 100.000 Euro an Kosten gerechnet. Eine umfassende Sanierung wird erforderlich sein, um die denkmalgeschützten Räume wiederherzustellen.

Über 1.800 Feuerwehreinsätze in 24 Stunden

Zwischen Donnerstagnachmittag und Freitagmorgen wurden knapp 2.000 Feuerwehreinsätze registriert. In Brandenburg zählten die Leitstellen über 1.000 Einsätze, in Berlin waren es rund 780. Die Notrufnummern waren zeitweise überlastet. Feuerwehrsprecher Vinzenz Kasch bestätigte, dass die Kapazitäten der Einsatzkräfte überschritten wurden. Viele Einsatzkräfte arbeiteten durch die Nacht.

Die Aufräumarbeiten dauern weiterhin an. Wie lange sie sich hinziehen werden, ist derzeit noch unklar. Besonders in bewaldeten Gebieten, auf Friedhöfen und in Parks wird die Entfernung von umgestürzten Bäumen und herabhängenden Ästen einige Zeit in Anspruch nehmen.

Verkehr stark beeinträchtigt

Der Verkehr in Berlin und Brandenburg war auch am Freitagmorgen noch stark eingeschränkt. Besonders der S-Bahn- und Regionalverkehr im Norden Berlins war betroffen. Zahlreiche Streckenabschnitte waren gesperrt. Der Fernverkehr normalisierte sich erst im Laufe des Vormittags.

Bereits am Donnerstagabend hatte die Berliner S-Bahn den Betrieb im gesamten Netz kurzfristig eingestellt. Grund waren Bäume und Äste auf den Gleisen. Auch bei der BVG kam es zu Verzögerungen und Ausfällen. Betroffen waren mehrere Tramlinien, Busverbindungen und oberirdische U-Bahnabschnitte.

Bereits zweites Unwetter innerhalb einer Woche

Der Sturm am Donnerstag war bereits das zweite schwere Unwetter in dieser Woche. Schon am Montag hatte das Tief „Ziros“ für hunderte Einsätze gesorgt. Eine Frau kam dabei ums Leben, mehrere Personen wurden schwer verletzt. In Potsdam hinterließ das Wetter damals eine Schneise der Verwüstung in mehreren Parkanlagen.

Auch am Donnerstagabend hatten die Behörden amtliche Warnungen herausgegeben. Betroffen waren zunächst die westlichen Landkreise Brandenburgs und Berlin. Später zog das Unwetter weiter in Richtung Nordosten und Polen. Gegen 20:30 Uhr verließen die letzten Gewitterzellen die Region Cottbus.

Besonders betroffen waren:

  • Tegel

  • Heiligensee

  • Nord-Spandau

  • Wedding

Boote kippten auf Gewässern um, Personen mussten gerettet werden. Auch im Westen und Osten Brandenburgs waren Feuerwehren im Dauereinsatz.

Wetterlage stabilisiert sich – Hitze erwartet

Am Freitag beruhigte sich die Wetterlage. Die Temperaturen sanken leicht. Laut einem Meteorologen des ARD-Wetterzentrums wird für das Wochenende eine Rückkehr zu stabilen und heißen Bedingungen erwartet.

In vielen Regionen Brandenburgs könnten die Temperaturen über 30 Grad steigen. Der Süden des Bundeslands wird voraussichtlich besonders heiß. Für mehrere Tage wird mit trockenen Verhältnissen gerechnet.

Die Aufräum- und Reparaturarbeiten werden weiterhin die kommenden Tage bestimmen. Auch wenn sich das Wetter stabilisiert hat, bleibt die Gefahr durch herabfallende Äste bestehen. Die Behörden rufen weiterhin zur Vorsicht auf.

 Quelle: RBB24