Die 112 ist in Berlin für Feuerwehr, Rettungsdienst und lebensbedrohliche medizinische Notfälle bestimmt. Die 110 führt zur Polizei und ist bei akuten Straftaten, Bedrohungen oder unmittelbarer Gefahr die richtige Wahl. Entscheidend ist nicht, welche Uniform benötigt wird, sondern welche Art von Gefahr gerade besteht. Bei Feuer, einem schweren Unfall, Bewusstlosigkeit, heftigen Brustschmerzen, starker Blutung oder einer anderen möglichen Lebensgefahr gilt die 112. Wer bedroht, angegriffen, verfolgt oder Zeuge einer laufenden Straftat wird, wählt die 110. Ergänzende Hinweise zu Behörden und Warnungen liefern die offiziellen Informationsquellen der Stadt Berlin.
Inhaltsverzeichnis
- Der Unterschied zwischen 112 und 110 in Berlin
- Wann die Berliner Feuerwehr unter 112 zuständig ist
- Wann die Polizei Berlin unter 110 helfen muss
- 116117, Giftnotruf und Berliner Servicenummern
- So wird ein Notruf in Berlin richtig abgesetzt
- Diese Fehler kosten im Notfall wertvolle Zeit
- Nora-App und Standortdaten beim mobilen Notruf
- Wichtigste Punkte zum Merken
- FAQ
Der Unterschied zwischen 112 und 110 in Berlin
Für dringende, aber nicht lebensbedrohliche Beschwerden ist die 116117 vorgesehen. Sie verbindet Anrufende mit dem ärztlichen Bereitschaftsdienst. Das ist besonders außerhalb der üblichen Praxiszeiten wichtig. Für die langfristige medizinische Versorgung hilft außerdem ein Überblick darüber, wie man einen Hausarzt in Berlin auswählt und sich anmeldet.
Die beiden Nummern führen zu unterschiedlichen Leitstellen. Unter 112 meldet sich in Berlin die Leitstelle der Berliner Feuerwehr. Sie koordiniert Feuerwehr und Notfallrettung. Dort wird auch entschieden, welche Rettungsmittel benötigt werden und ob ein Notarzt zum Einsatz kommt.
Die 110 führt zur Einsatzleitzentrale der Polizei Berlin. Sie ist zuständig, wenn polizeiliche Hilfe sofort erforderlich ist. Das betrifft insbesondere gegenwärtige Straftaten, konkrete Bedrohungen und Gefahrensituationen, bei denen Menschen geschützt oder Täter gestoppt werden müssen.
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Wichtig Wenn Lebensgefahr möglich ist, wählen Sie 112.
Als einfache Merkhilfe gilt 112 bei Feuer, Unfall oder medizinischer Lebensgefahr und 110 bei Gewalt, Bedrohung oder einer laufenden Straftat. Bei einem Ereignis können trotzdem beide Dienste gebraucht werden. Nach einem schweren Verkehrsunfall können beispielsweise Verletzte medizinische Hilfe benötigen, während die Polizei den Unfallort sichert. Der Anrufende muss nicht selbst alle Einsatzkräfte organisieren. Er beschreibt das Ereignis und beantwortet die Fragen der Leitstelle.
| Situation | Richtige Nummer | Zuständige Stelle | Warum sofort anrufen |
|---|---|---|---|
| Wohnungsbrand oder starke Rauchentwicklung | 112 | Berliner Feuerwehr | Menschen und Sachwerte befinden sich in akuter Gefahr |
| Bewusstlose Person oder schwere Verletzung | 112 | Notfallrettung | Es können lebensrettende Maßnahmen notwendig sein |
| Akuter Angriff, Raub oder konkrete Bedrohung | 110 | Polizei Berlin | Die Gefahr besteht unmittelbar oder die Tat läuft noch |
| Dringende Erkrankung ohne Lebensgefahr | 116117 | Ärztlicher Bereitschaftsdienst | Die Behandlung kann nicht bis zur nächsten Sprechzeit warten |
| Allgemeine polizeiliche Frage ohne akute Gefahr | 030 4664-4664 | Servicetelefon der Polizei Berlin | Die Notrufleitung bleibt für dringende Einsätze frei |
Wann die Berliner Feuerwehr unter 112 zuständig ist
Die 112 ist richtig, wenn eine akute Gefahr für Menschenleben oder bedeutende Sachwerte besteht. Dazu gehören Brände, Explosionen, schwere Verkehrsunfälle und medizinische Notfälle. Auch eine Person, die nicht ansprechbar ist oder plötzlich starke Atemnot zeigt, braucht unverzüglich Hilfe über diese Nummer.
Die Berliner Feuerwehr nennt unter anderem plötzliche Bewusstlosigkeit, heftige Brustschmerzen, schwere Blutungen und schwere Verletzungen als Situationen, bei denen ein Notarzt erforderlich sein kann. Ob ein Notarzteinsatzfahrzeug alarmiert wird, entscheidet die Leitstelle anhand der Angaben im Gespräch.
Typische Fälle für die 112 sind
- Feuer, sichtbarer Rauch oder Brandgeruch mit konkretem Gefahrenverdacht
- Bewusstlosigkeit, Atemstillstand oder erhebliche Atemnot
- starke Blutungen und schwere Verletzungen
- plötzlich auftretende heftige Brustschmerzen
- schwere Verkehrsunfälle oder eingeklemmte Personen
- Stürze aus großer Höhe und Stromunfälle
- Explosionen, gefährliche Stoffe oder akute Einsturzgefahr
- Menschen in Wasser-, Höhen- oder anderen lebensgefährlichen Lagen
Wer eine mögliche Lebensgefahr erkennt, sollte nicht erst selbst nach einer Diagnose suchen. Die Leitstelle stellt gezielte Fragen und bestimmt die erforderlichen Einsatzmittel. Während des Gesprächs können außerdem Hinweise zur Ersten Hilfe gegeben werden.
Ein Rettungswagen ist kein Mittel, um in einer Krankenhausnotaufnahme schneller behandelt zu werden. Nach Angaben der Berliner Feuerwehr hängt die Reihenfolge der Behandlung vom Krankheitsbild, von anderen Notfällen und von der Entscheidung des medizinischen Personals ab. Die Art der Anreise ist dafür nicht ausschlaggebend.
Bei einem größeren Stromausfall können ebenfalls gefährliche Situationen entstehen. Der Notruf bleibt jedoch für akute Notlagen bestimmt. Informationen über vorbereitete Anlaufstellen enthält der Beitrag zu den Berliner Katastrophenschutz-Leuchttürmen bei einem Stromausfall.
Wann die Polizei Berlin unter 110 helfen muss
Die Polizei Berlin fordert dazu auf, die 110 zu wählen, wenn eine Person in Not oder Gefahr ist. Die Nummer ist nicht nur für Opfer vorgesehen. Auch Zeugen können anrufen, wenn sie eine akute Straftat oder eine gefährliche Situation beobachten.
Die 110 ist insbesondere richtig bei
- einem gegenwärtigen Angriff oder einer körperlichen Auseinandersetzung
- Raub, Einbruch oder Diebstahl, wenn die Tat gerade stattfindet
- einer konkreten Bedrohung oder Verfolgung
- häuslicher Gewalt und unmittelbarer Gefahr für Betroffene
- verdächtigen Beobachtungen mit erkennbarem Zeitdruck
- einem gefährlichen Eingriff in den Straßenverkehr
- einer vermissten Person, wenn eine akute Gefährdung angenommen werden muss
Eine bereits beendete Straftat ohne gegenwärtige Gefahr muss nicht immer über die 110 gemeldet werden. Für nicht dringende Anzeigen und Hinweise bietet die Polizei Berlin ihre Internetwache an. Allgemeine polizeiliche Fragen können unter 030 4664-4664 an das Servicetelefon gerichtet werden.
Auch der Verlust von Ausweispapieren ist normalerweise kein Fall für den Polizeinotruf. Abhängig von den Umständen kann eine Verlustanzeige oder eine reguläre Strafanzeige erforderlich sein. Die nötigen Schritte nach einem solchen Vorfall erklärt der Überblick zu verlorenen Dokumenten in Berlin.
Bei einer Situation mit Verletzten und einer fortdauernden Gewalttat steht zunächst die unmittelbare Gefahr im Mittelpunkt. Die Leitstelle benötigt eine klare Beschreibung. Der Anrufende sollte mitteilen, ob eine Person bewaffnet ist, wie viele Beteiligte zu sehen sind und wo sich die gefährdete Person befindet. Eigenschutz hat Vorrang. Niemand sollte sich selbst in eine Auseinandersetzung begeben.
116117, Giftnotruf und Berliner Servicenummern
Nicht jedes dringende Problem ist ein Fall für 110 oder 112. Für medizinische Beschwerden gibt es eine wichtige dritte Nummer. Die 116117 gilt bundesweit, funktioniert ohne Vorwahl und ist kostenfrei erreichbar. Sie ist für akute Erkrankungen bestimmt, die nicht lebensbedrohlich sind, deren Behandlung aber nicht bis zur nächsten regulären Sprechzeit warten kann.
Der ärztliche Bereitschaftsdienst kann eine geöffnete Bereitschaftspraxis nennen. Bei Bedarf wird das Anliegen medizinisch eingeschätzt oder an einen Arzt weitergegeben. Unter bestimmten Voraussetzungen kann auch ein Hausbesuch organisiert werden. Bei einem schweren Unfall oder einem lebensbedrohlichen Zustand bleibt hingegen die 112 zuständig.
Bei einer Vergiftung oder einem konkreten Vergiftungsverdacht berät der Giftnotruf der Charité Berlin und Brandenburg unter 030 19240. Die Beratung ist rund um die Uhr erreichbar. Bei Bewusstlosigkeit, Atemproblemen, Krampfanfällen oder einer anderen lebensbedrohlichen Reaktion muss zusätzlich sofort die 112 gewählt werden.
| Anliegen | Kontakt | Wann geeignet | Wann nicht geeignet |
|---|---|---|---|
| Feuerwehr und Notfallrettung | 112 | Lebensgefahr, Feuer, schwere Verletzung oder Unfall | Leichte Beschwerden und allgemeine Auskünfte |
| Polizeiliche Soforthilfe | 110 | Akute Straftat, Bedrohung oder Gefahr | Allgemeine Fragen und nicht dringende Anzeigen |
| Ärztlicher Bereitschaftsdienst | 116117 | Dringende Erkrankung ohne Lebensgefahr | Lebensbedrohlicher medizinischer Notfall |
| Giftnotruf der Charité | 030 19240 | Vergiftung oder begründeter Vergiftungsverdacht | Lebensbedrohliche Symptome ohne zusätzlichen Anruf bei 112 |
| Servicetelefon der Polizei Berlin | 030 4664-4664 | Nicht eilbedürftige polizeiliche Fragen | Unmittelbare Bedrohung oder laufende Straftat |
| Berliner Verwaltung | 115 | Fragen zu Leistungen und Behörden | Polizeiliche, medizinische oder technische Notfälle |
Fragen zur Kostenübernahme einer medizinischen Behandlung sind von der Wahl des Notrufs zu trennen. Bei akuter Lebensgefahr darf die Klärung der Versicherung den Hilferuf nicht verzögern. Für den Alltag bietet der Beitrag über die Krankenversicherung in Deutschland für neue Bewohner eine grundlegende Orientierung.
So wird ein Notruf in Berlin richtig abgesetzt
Die Leitstelle braucht zuerst einen möglichst genauen Einsatzort. In Berlin können gleichnamige Straßen, weitläufige Bahnhöfe, Parks oder große Gebäudekomplexe die Orientierung erschweren. Hilfreich sind Bezirk, Straße, Hausnummer, Etage, Hof, Gebäudeteil, Fahrtrichtung oder ein gut sichtbarer Zugang.
Fünf Angaben, die Hilfe beschleunigen
Antworten Sie kurz und warten Sie auf die nächste Frage der Leitstelle.
1
Wo Bezirk, Straße, Hausnummer und Zugang nennen.
2
Was Das Ereignis in wenigen Worten beschreiben.
3
Wie viele Die Zahl der betroffenen Personen angeben.
4
Welche Gefahr Verletzungen, Rauch, Waffen oder Strom melden.
5
Wer Namen und erreichbare Rückrufnummer nennen.
Nicht auflegen. Die Leitstelle beendet das Gespräch.
Die Berliner Feuerwehr weist darauf hin, dass der genaue Notfallort zu Beginn des Gesprächs besonders wichtig ist. Danach folgen Fragen zum Ereignis, zur Zahl der betroffenen Personen und zur Art der Verletzungen oder Erkrankungen.
- Nennen Sie den genauen Ort. Geben Sie Bezirk, Straße, Hausnummer und zusätzliche Orientierungspunkte an.
- Beschreiben Sie kurz das Ereignis. Sagen Sie beispielsweise Feuer, Verkehrsunfall, bewusstlose Person oder akuter Angriff.
- Nennen Sie die Zahl der Betroffenen. Bei einem größeren Ereignis darf die Anzahl geschätzt werden.
- Beschreiben Sie erkennbare Gefahren. Dazu zählen Rauch, Waffen, auslaufende Stoffe, Strom, Verkehr oder ein aggressiver Täter.
- Geben Sie Ihren Namen und eine Rückrufnummer an. Bleiben Sie erreichbar, wenn dies gefahrlos möglich ist.
- Warten Sie auf weitere Fragen. Die Leitstelle beendet das Gespräch, sobald alle notwendigen Angaben vorliegen.
Das Gespräch sollte nicht eigenmächtig beendet werden, weil die Rückfragen der Leitstelle über die Auswahl der Einsatzmittel entscheiden. Kurze und konkrete Antworten sind hilfreicher als eine lange Vorgeschichte. Wer aufgeregt ist, darf das offen sagen und den Anweisungen Schritt für Schritt folgen.
Nach dem Anruf sollte eine Person die Einsatzkräfte einweisen, sofern dies sicher möglich ist. Ein geöffnetes Hoftor, eingeschaltetes Außenlicht oder eine wartende Person am Zugang kann die Suche erleichtern. Gleichzeitig müssen Zufahrten, Treppenhäuser und Rettungswege frei bleiben.
Erste Hilfe beginnt nur unter Beachtung des Eigenschutzes. Bei Feuer, Strom, Verkehr, Gewalt oder gefährlichen Stoffen darf sich der Helfende nicht selbst in Gefahr bringen. Die Anweisungen der Leitstelle haben Vorrang.
Diese Fehler kosten im Notfall wertvolle Zeit
Ein häufiger Fehler ist eine zu ungenaue Ortsangabe. Die automatische Standortermittlung eines Smartphones kann helfen, ersetzt aber nicht das Gespräch. Die Berliner Feuerwehr erklärt ausdrücklich, dass nicht jedes Gerät aktuelle Positionsdaten übermittelt. Auch mit Advanced Mobile Location beginnt die Abfrage deshalb weiterhin mit dem genauen Notfallort.
Problematisch ist außerdem, wegen einer nicht dringenden Angelegenheit die 110 oder 112 zu blockieren. Rückfragen zu einem bereits laufenden Einsatz, allgemeine Beschwerden und Verwaltungsfragen gehören nicht an den Notruf. Bei Unwetterlagen bittet die Berliner Feuerwehr darum, die 112 nicht für Nachfragen zu bereits gemeldeten Schäden zu verwenden.
Diese Verhaltensweisen sollten vermieden werden
- den Standort nur mit einem Geschäftsnamen oder einer Haltestelle beschreiben
- auflegen, bevor die Leitstelle das Gespräch beendet
- Verletzungen, Rauch, Waffen oder andere Gefahren verschweigen
- für mehrere Personen gleichzeitig ungeordnet sprechen
- den Notruf für Auskünfte oder Beschwerden nutzen
- einen Vorfall filmen, statt Hilfe zu rufen oder Abstand zu halten
- nach dem Anruf das Telefon ausschalten oder für Rückfragen unerreichbar sein
Ein ehrlicher Irrtum ist nicht mit einem absichtlichen Missbrauch gleichzusetzen. Wer eine Lage ernsthaft für gefährlich hält, sollte die beobachtbaren Fakten nennen. Vorsätzlich grundlose oder böswillige Alarmierungen sind dagegen strafbar. Nach Paragraf 145 des Strafgesetzbuches kann der absichtliche oder wissentliche Missbrauch eines Notrufs mit einer Geldstrafe oder einer Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr geahndet werden.
Die Berliner Feuerwehr kann bei einer vorsätzlich grundlosen Alarmierung außerdem Einsatzkosten geltend machen und Strafanzeige erstatten. Diese Regel soll niemanden davon abhalten, in einer tatsächlichen oder vermuteten Gefahrensituation Hilfe zu holen. Sie richtet sich gegen bewusste Falschmeldungen.
Nora-App und Standortdaten beim mobilen Notruf
Menschen mit Hör- oder Sprachbehinderung können die offizielle Notruf-App nora verwenden. Sie ermöglicht in Deutschland den Kontakt zu den zuständigen Leitstellen von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst. Die App übermittelt den ausgewählten Notfall, den Standort und erforderliche Angaben. Danach ist eine textbasierte Kommunikation mit der Leitstelle möglich.
Für die reguläre Nutzung muss nora vor einem Notfall installiert und registriert werden. Benötigt werden eine Mobilnummer und der Name. Persönliche Angaben können freiwillig hinterlegt werden. Die App bietet außerdem einen Demomodus, in dem der Ablauf ohne Alarmierung einer echten Leitstelle ausprobiert werden kann.
Bei einer Bedrohung kann nora abhängig von den gewählten Angaben einen stillen Notruf anbieten. Die Leitstelle kommuniziert dann über den Chat. Wenn die App nicht funktioniert oder der Notruf nicht gesendet werden kann, sollen nach Möglichkeit weiterhin 110 oder 112 angerufen werden.
Ihr Notruf-Merkplan für Berlin
Markieren Sie, was für einen möglichen Ernstfall bereits vorbereitet ist.
Je besser der Notfallort beschrieben wird, desto schneller können Einsatzkräfte ihn finden.
Einige Smartphones übermitteln bei einem Anruf an 112 Standortdaten über Advanced Mobile Location. Die Leitstelle der Berliner Feuerwehr kann diese Angaben verwenden. Laut Feuerwehr stehen übermittelte Positionsdaten der annehmenden Leitstelle bis zu 60 Minuten nach Eingang des Notrufs zur Verfügung und werden anschließend aus dieser Datenbank gelöscht.
Automatisch gesendete Standortdaten sind eine Unterstützung, aber kein Ersatz für eine präzise Ortsbeschreibung. Wer die Adresse nicht kennt, sollte nach Straßenschildern, Haltestellennamen, Stationsausgängen, Fahrtrichtungen, Gebäuden oder anderen eindeutigen Merkmalen suchen. Dabei darf der sichere Standort nicht verlassen werden.
Wer in Berlin Feuer, einen schweren Unfall oder einen lebensbedrohlichen medizinischen Zustand meldet, wählt 112. Bei einer akuten Straftat, Gewalt oder unmittelbaren Bedrohung ist 110 richtig. Die 116117 bleibt dringenden, aber nicht lebensbedrohlichen Erkrankungen vorbehalten. Eine genaue Ortsangabe und kurze Antworten auf die Fragen der Leitstelle beschleunigen die Hilfe.
FAQ
Soll ich bei einem Verkehrsunfall 110 oder 112 anrufen?
Bei Verletzten, eingeklemmten Personen, Feuer oder einer anderen akuten Lebensgefahr ist 112 richtig. Wird dringend die Polizei benötigt, schildern Sie der angerufenen Leitstelle die gesamte Situation und beantworten Sie deren Fragen.
Welche Nummer gilt bei starken Brustschmerzen?
Plötzlich auftretende heftige Brustschmerzen können lebensbedrohlich sein. Die Berliner Feuerwehr nennt sie als möglichen Grund für einen Notarzteinsatz. Deshalb ist 112 die richtige Nummer.
Kann ich die 110 für eine nicht dringende Anzeige nutzen?
Nein. Ohne akute Gefahr können Anzeigen und Hinweise über die Internetwache oder eine Polizeidienststelle übermittelt werden. Für allgemeine polizeiliche Fragen gibt es das Servicetelefon unter 030 4664-4664.
Wann ist die 116117 besser als die 112?
Die 116117 ist für akute, aber nicht lebensbedrohliche Erkrankungen bestimmt, deren Behandlung nicht bis zur nächsten regulären Sprechzeit warten kann. Bei Lebensgefahr oder einem schweren Unfall muss 112 gewählt werden.
Kostet ein berechtigter Anruf bei 110 oder 112 Geld?
Die Notrufnummern sind kostenfrei. Ein Anrufender trägt nicht allein deshalb die Einsatzkosten, weil er einen echten Notfall meldet. Anders ist die Lage bei einer vorsätzlich grundlosen oder böswilligen Alarmierung.
Funktioniert die 112 auch außerhalb Berlins?
Ja. Die 112 gilt in ganz Deutschland und in den Mitgliedstaaten der Europäischen Union als einheitliche Notrufnummer für Feuerwehr und Rettungsdienst. Die 110 ist der Polizeinotruf innerhalb Deutschlands.
Quelle: Berliner Feuerwehr, Polizei Berlin, Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe, Kassenärztliche Bundesvereinigung und Patientenservice 116117, Giftnotruf der Charité, nora-Notruf-App der Bundesländer, Strafgesetzbuch der Bundesrepublik Deutschland.