Mehr als 30 Jahre lang war Koka36 in der Oranienstraße eine feste Adresse für Konzerttickets in Berlin. Jetzt steht der Betrieb still. Anfang Februar wurde Insolvenz angemeldet. Die Folgen reichen weit über den eigenen Laden hinaus und betreffen die kulturellen Höhepunkte der Hauptstadt. Am 11. Februar ordnete das Amtsgericht Charlottenburg ein vorläufiges Insolvenzverfahren unter dem Aktenzeichen 3606 IN 628/26 an. Zum Insolvenzverwalter wurde Florian Kleinschmit bestellt. Der Geschäftsbetrieb ist eingestellt. Ob Vermögenswerte aus der Insolvenzmasse von Dritten erworben werden, ist derzeit offen.
Inhaltsverzeichnis
- Amtsgericht Charlottenburg und Florian Kleinschmit
- Festsaal Kreuzberg, Astra Kulturhaus und Bi Nuu
- SO36 und Nanette Fleig
- Treffen im Bi Nuu am 26. Februar
Amtsgericht Charlottenburg und Florian Kleinschmit
Das Amtsgericht Charlottenburg leitete das Verfahren offiziell ein. Florian Kleinschmit bestätigte auf Anfrage von rbb24, dass der Betrieb der Schuldnerin beendet ist. Einnahmen aus bereits verkauften Tickets zählen nun zur Insolvenzmasse.
Weitere Informationen zum Verfahren sind im Justizportal des Landes Berlin abrufbar
https://www.berlin.de/gerichte/charlottenburg/
Für Veranstalter entsteht Unsicherheit. Sie wissen nicht, ob sie die vereinnahmten Ticketeinnahmen erhalten. Die bereits kassierten Erlöse könnten ganz oder teilweise verloren sein.
Festsaal Kreuzberg, Astra Kulturhaus und Bi Nuu
Der Festsaal Kreuzberg sieht konkrete Risiken. Die Konzertkasse hatte Tickets verkauft und die Beträge vereinnahmt. Ob diese ausgezahlt werden, bleibt unklar. Betroffen sind unter anderem
- Astra Kulturhaus
- Bi Nuu
- Lido
- weitere unabhängige Veranstalter
Björn von Swieykowsky, Geschäftsführer des Festsaal Kreuzberg, spricht von Handlungsunsicherheit. Man stehe weiterhin in der Verantwortung gegenüber Bands, Technikern und Security. Konkrete Schadenssummen nannte er nicht. Er warnt jedoch vor möglichen weitreichenden finanziellen Folgen für mehrere Berliner Live-Clubs. Hinweise zu ähnlichen Entwicklungen im Kulturbereich finden sich hier.
SO36 und Nanette Fleig
Das SO36 beziffert den Schaden durch die Insolvenz auf einen fünfstelligen Betrag. Dabei handelt es sich um Vorverkaufseinnahmen. Mehr als 40.000 Euro fehlen dem Club laut Nanette Fleig. Mit diesem Geld sollte im Sommer eine Klimaanlage angeschafft werden.
Konzerte sollen dennoch stattfinden. Die Gagen der Künstler sind gesichert. Allerdings entfällt der finanzielle Puffer, der nach der Corona-Zeit aufgebaut wurde. Dieser muss nun für Honorare eingesetzt werden. Wirtschaftliche Entwicklungen in der Stadt werden regelmäßig unter Berlin dokumentiert.
Koka36 verkaufte Tickets im Namen des SO36 im Kommissionsgeschäft. Die Konzertkasse nahm das Geld ein, verwahrte es treuhänderisch und leitete es nach der Veranstaltung weiter. Bei Absagen erhielten Käufer ihr Geld dort zurück, wo sie bezahlt hatten.
Von der Insolvenz erfuhr das SO36 zufällig. Rollläden waren geschlossen. Ein Zettel hing an der Tür. Webseite und Shop waren nicht erreichbar. Telefonisch war niemand erreichbar. Ein Blick ins Handelsregister bestätigte die Anmeldung.
Treffen im Bi Nuu am 26. Februar
Am Donnerstag, 26. Februar, wollen sich die Betroffenen im Bi Nuu treffen. Das kündigte Björn von Swieykowsky an. Ziel ist ein Austausch über die jeweilige Betroffenheit.
Zudem soll ein gemeinsames Vorgehen besprochen werden. Der Berliner Senat und kulturpolitische Akteure engagieren sich gegen das Clubsterben. Im Raum steht eine mögliche Notlage für das Live-Geschäft in Berlin. Die Beteiligten hoffen auf Unterstützung durch zuständige Institutionen, falls sich die finanzielle Situation weiter verschärft.
Überprüfe den Standort von Koka36 in Berlin auf Google Maps:
Karte: Google Maps / Standort von Koka36 in Berlin
FAQ
Wann wurde das Insolvenzverfahren gegen Koka36 eingeleitet?
Das Amtsgericht Charlottenburg ordnete am 11. Februar ein vorläufiges Insolvenzverfahren unter dem Aktenzeichen 3606 IN 628/26 an.
Wer wurde zum Insolvenzverwalter bestellt?
Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde Florian Kleinschmit bestellt.
Welche Clubs sind von der Insolvenz betroffen?
Betroffen sind unter anderem der Festsaal Kreuzberg, das Astra Kulturhaus, das Bi Nuu, das Lido sowie weitere unabhängige Veranstalter.
Wie hoch ist der finanzielle Schaden für das SO36?
Das SO36 beziffert den Schaden auf mehr als 40.000 Euro aus Vorverkaufseinnahmen.
Finden im SO36 weiterhin Konzerte statt?
Ja, Konzertabsagen sind nicht geplant. Die Gagen der Künstler sind laut Angaben des Clubs gesichert.
Was passiert mit bereits verkauften Tickets?
Die Einnahmen aus bereits verkauften Tickets zählen zur Insolvenzmasse. Ob diese Gelder an die Veranstalter ausgezahlt werden, ist derzeit unklar.
Wann treffen sich die betroffenen Clubs?
Ein Treffen der Betroffenen ist für Donnerstag, den 26. Februar, im Bi Nuu angekündigt.
Quelle: RBB24, SN2 WORLD